Geologie

Seit Millionen von Jahren unterliegt der Südwesten der USA einem extrem rauhen Klima. Starke Winde, exteme Dürre und teils kräftige Regengüsse sowie die damit einhergehende, andauernde Erosion sorgen für eine sich ständig wandelnde Landschaft.

 

Die Entstehung einer Traumwelt

Plattentektonische Bewegungen sorgten mit der Heraushebung der nordamerikanischen Kordilleren für die Enstehung der unvergleichlichen und bizarren Landschaftsbilder von Grand Canyon, Bryce Canyon, Death Valley und allen anderen Naturwundern hier im Südwesten. Dies war zugleich die Basis für deren Formen- und Farbenvielfalt, die uns Menschen immer wieder in ihren Bann zieht.

Bild: An einem Hang im Capitol Reef National Park sichtbare Gesteinsschichten

Bereits seit Milliarden von Jahren schiebt sich die Pazifische Kontinentalplatte unter die Nordamerikanische Platte. Die dabei freigelegten Kräfte sind ausschlaggebend für Vulkanismus, Überschiebungs-, Falten- und Bruchschollentektonik. Die Hauptphase der Gebirgsbildung der Erde ereignete sich gegen Ende des sogenannten Erdmittelalters (Mesozoikum) sowie zu Anfang des Tertiärs, d. h. etwa vor 70 bis 50 Millionen Jahren. Strukturen älterer Gebirgsbildungen aus dem Paläozoikum (Erdaltertum, vor ca. 570 bis 230 Millionen Jahren) und dem Proterozoikum (Erdfrühzeit, vor mehr als 570 Millionen Jahren) wurden dabei umgeformt.

Die jüngste Hebungsphase vollzog sich etwa vor 20 bis 5 Millionen Jahren, womit eine außerordentlich heftige, immer noch andauernde Erosion einherging. Flüsse schnitten sich nun mehr und mehr in die Landschaft ein und bildeten die heute als Wunder der Natur betrachteten Canyons.

 

Die Große Treppe

Das unter der Bezeichnung Grand Staircase bennannte Gebiet, dessen nördliche Begrenzung der Bryce Canyon ist, und dessen südlichstes Ende der Grand Canyon darstellt, zeichnet sich verantwortlich für die einzigartigen Farben und Formen der Felsen hier im südwestlichen Teil der USA.

Die im Grand Canyon jüngsten Formationen, bestehend aus ca. 240 Millionen Jahre altem Kaibab Limestone, sind gleichzeitig die ältesten im Zion. Die Schichten des Bryce Canyon, aufgebaut aus Gesteinen des etwa 100 Millionen Jahre jüngeren Känozoikums, beginnen dort, wo die des Zion aufhören. Somit ist der Dakota Sandstone die jüngste Formation des Zion-Gebiets und gleichzeitig die älteste des Bryce Canyons. Alle drei Gebiete teilen sich dabei eine gemeinsame Schichtenfolge, die Grand Staircase.

Der ständige Wechsel zwischen Steilstufen und Ebenen hat seine Ursache in den unterschiedlich widerstandsfähigen Gesteinsschichten: Während härtere Gesteinsschichten wie Sand- und Kalkstein nur sehr langsam abgetragen werden, zerfallen die weicheren Mergel- und Tonsteinschichten im Zuge der Erosion und Verwitterung wesentlich schneller – Grund für die Bildung der vielen Plateaus. Hierbei werden die weicheren Deckschichten von deren härteren Untergründen regelrecht abgesprengt. Liegen diese weichen Schichten unterhalb von Hartgesteinen, erodieren diese in geologisch kurzen Zeitspannen, so dass die überlagernden Schichten regelmäßig nachstürzen und zu frischen Abbrüchen führen. Durch die Stabilität des Gesteins bilden sich dann die steilen Wände.

 

Felsnadeln, Bögen und balancierende Felsen

Diese unterschiedlich harten Gesteinsschichten sind somit auch die Ursache für die vielfältigen und sonderbaren Felsformationen.

Ob die Bögen und balancierenden Felsen im Arches oder die Felsnadeln im Bryce Canyon – All diese Ausbildungen führen auf die unterschiedlich ausgeprägte Verwitterung der Einzelschichten zurück. Eines ist dabei jedoch gewiss: Die Zeit bleibt nicht stehen und die Verwitterung wird weitergehen, was zur Folge hat, dass diese wunderbaren, landschaftsprägenden Gebilde mit der Zeit verfallen und verschwinden werden.